Arbeitsplatzbezogene
Therapie (ABT) im REHA SÜD - ein Konzept der Zukunft 
In der Zielsetzung der modernen und zeitgemäßen Ambulanten Rehabilitation steht mehr und mehr die individuelle Bewältigung des Alltags, im Speziellen die des Arbeitsalltags an vorderster Stelle.
Die möglichst schnelle Rückkehr in das Arbeits- und Alltagsleben stellen sowohl für den Patienten selbst als auch für den Kostenträger (Rentenversicherungen und Krankenkassen) ein primäres Ziel dar.

Um darauf gezielt mit entsprechenden Maßnahmen reagieren zu können, wurde die
„Arbeitsplatzbezogene Therapie“ (ABT) entwickelt, die die REHA SÜD GmbH in ihr Konzept der Ambulanten Muskuloskeletalen Rehabilitation (AMR) integriert hat. Sie ist Teil der
„Evaluation der arbeitsbedingten funktionellen Leistungsfähigkeit“ (EFL) nach Isernhagen, eines Test- und Therapiekonzeptes, das bereits vor vielen Jahren von Frau Susan Isernhagen in den USA entwickelt wurde und sich seit einigen Jahren in Deutschland und in der Schweiz etabliert hat.
Qualifizierung und Personal:
Ein interdisziplinäres Team der REHA SÜD wurde an der EFL-Akademie in Braunschweig speziell geschult und mit dem System vertraut gemacht. An der Akademie finden fundierte Grund- und Aufbaukurse zu diesem Thema statt, die zur Durchführung der Arbeitsplatzbezogenen Therapie und nach erfolgreicher Absolvierung der Kurse zur Abnahme der EFL-Gutachten befähigt.
Die REHA SÜD GmbH beschäftigt derzeit zwei Ärzte, zwei Ergotherapeutinnen, zwei Physiotherapeuten und eine Sportlehrerin, die auf diesem Gebiet spezialisiert und besonders ausgebildet sind.
Räumlichkeiten und Ausrüstung:
Das REHA SÜD hat zum Zwecke der Arbeitsplatzbezogenen Therapie seine Räumlichkeiten speziell erweitert. Hierfür wurde eigens ein „ABT-Raum“ nach erforderlichen Maßgaben mit Werkzeug und arbeitsplatzrelevantem Material ausgestattet. Unterschiedliche Stationen sind für bestimmte Sequenzen und Übungen zu Arbeitsbereichen aus dem EFL-Katalog eingerichtet. Somit können auf vielseitige Art und Weise die realen Arbeitssituationen des Patienten, z.B. zu den Themen „Heben und Tragen“, „Überkopfarbeit“, „Leiter steigen“, „Lasten bewegen“, „Handkoordination“ etc. in verschiedenen Ausgangspositionen simuliert und trainiert werden. Einige Beispiele sehen Sie rechts.
Aktueller Stand:
Die Arbeitsplatzbezogene Therapie (ABT) findet derzeit im Rahmen der Ambulanten Muskuloskeletalen Rehabilitation statt. Patienten, die an einem Büroarbeitsplatz arbeiten oder einer überwiegend körperlichen Tätigkeit nachgehen, erhalten nach individuellem ärztlichen und therapeutischen Befund ein arbeitsplatzbezogenes Trainingsprogramm. Als wissenschaftlich fundiertes und standardisiertes Test-Instrument für die Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit des Patienten wird in den ersten Tagen des Reha-Aufenthaltes das PACT-Verfahren (Performance Assessment and Capacity Test) eingesetzt. Anhand der Befund- und Test-Ergebnisse und entsprechend der individuellen Arbeitsanforderungen des Patienten wird eine rehazielgerichtete Übungsauswahl zusammengestellt. Das arbeitsplatzspezifische Training findet unter Anleitung des hierfür qualifizierten Personals in oben beschriebenen, speziell ausgerüsteten ABT-Raum. Zudem finden wischen dem medizinischen Gerätetraining und der ABT funktionelle Verknüpfungen statt, indem die entsprechenden arbeitsspezifischen Alltagsprozesse auch auf das Gerätetraining übertragen und dort integriert werden.
Ausblick:
Das REHA SÜD entwickelt sich auf dem Gebiet der ABT ständig weiter – Abläufe werden in Zukunft noch weiter optimiert und die Therapieform wird für möglichst alle Patienten nach sinnvoller Einstufung und Einweisung angeboten. Neben dem Einsatz in der ambulanten Rehabilitation soll die ABT sukzessive auch in andere Bereiche integriert und für andere Zielgruppen zugänglich gemacht werden – zum Beispiel im Rahmen der betrieblichen Prävention und in der Arbeitsplatzberatung (Stichworte „Reha Work Systems“ und „Gesundheitsmanagement“).
Längerfristig soll im Rahmen der Rehabilitation durch Ausarbeitung spezifischer und praktikabler Tests und Einstufungsverfahren die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit leichter und objektiver gemacht werden.